Lademodi für Elektroautos: Was bedeuten Mode 1, Mode 2, Mode 3 und Mode 4?
Mode-2-Ladegerät, Mode-3-Kabel, Mode-4-Schnellladen … Wir erklären verständlich, was die Lademodi für Elektroautos bedeuten, wie sie sich vom Steckertyp unterscheiden, worin der Unterschied zwischen mobilem Ladegerät und Wallbox liegt und welcher Modus zu Ihrer Nutzung passt.
Wer sich mit Ladegeräten beschäftigt, stößt in Produktbeschreibungen und Foren immer wieder auf Begriffe wie „Mode-2-Ladegerät“, „Mode-3-Kabel“ oder „Mode-4-Schnellladen“. Diese Begriffe haben nichts mit den Steckertypen zu tun und wirken auf den ersten Blick verwirrend. Haben Sie das Prinzip aber einmal verstanden, können Sie viel leichter einschätzen, wofür welches Gerät gedacht ist, welches Kabel Sie wo verwenden und ob Sie zu Hause eine eigene Installation benötigen.
In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen verständlich, was die Lademodi für Elektroautos – also Mode 1, Mode 2, Mode 3 und Mode 4 – bedeuten, worin sie sich unterscheiden und welcher Modus im Alltag zu Ihnen passt.
Was ist ein Lademodus? Ist das dasselbe wie der Steckertyp?
Nein. Der Steckertyp (etwa Type 2, CCS2 oder CHAdeMO) beschreibt die physische Form von Stecker und Buchse. Der Lademodus legt dagegen fest, woher und wie das Fahrzeug den Strom bezieht – also welche Ausrüstung während des Ladevorgangs die Sicherheits- und Kommunikationsfunktionen übernimmt.
Die Lademodi sind in IEC 61851-1 definiert, der internationalen Norm für konduktive Ladesysteme von Elektrofahrzeugen. Nach dieser Norm gibt es vier Lademodi: Die ersten drei betreffen das Laden mit Wechselstrom (AC), der vierte das Laden mit Gleichstrom (DC). Wenn Sie mehr über die Steckertypen erfahren möchten, lesen Sie unseren Ratgeber zu Type 2, CCS2 und CHAdeMO.
Die Lademodi im Überblick
| Modus | Stromart | Wo wird geladen? | Schutz und Kommunikation | Typische Anwendung |
|---|---|---|---|---|
| Mode 1 | AC | Normale Steckdose, direkte Verbindung | Keine Steuerung und keine Kommunikation zwischen Fahrzeug und Steckdose | Für Elektroautos nicht empfohlen |
| Mode 2 | AC | Haushalts- oder Industriesteckdose | Steuer- und Schutzbox im Kabel | Mobile Ladegeräte |
| Mode 3 | AC | Fest installierte Ladeeinheit (Wallbox, AC-Ladesäule) | Die Ladeeinheit selbst | Tägliches Laden zu Hause, auf dem Parkplatz und am Arbeitsplatz |
| Mode 4 | DC | DC-Schnellladestation | Die Station selbst; das Kabel ist fest mit der Station verbunden | Schnellladen unterwegs |
Mode 1: Warum wird er nicht verwendet?
Bei Mode 1 wird das Fahrzeug ohne jegliche Steuer- oder Kommunikationseinrichtung direkt an eine normale Steckdose angeschlossen. Zwischen Fahrzeug und Steckdose gibt es keine „Vermittlungsinstanz“, die prüft, ob das Laden sicher ist. Deshalb gilt Mode 1 für Elektroautos nicht als sicheres Verfahren und spielt bei heutigen Fahrzeugen praktisch keine Rolle. Anzutreffen ist er vor allem beim Laden kleiner Fahrzeuge wie E-Bikes und E-Scooter.
Mode 2: Mobile Ladegeräte
Auch bei Mode 2 wird das Fahrzeug an einer Steckdose geladen, allerdings sitzt im Kabel eine Steuer- und Schutzbox. Sie kommuniziert mit dem Fahrzeug, sorgt dafür, dass der Ladevorgang erst startet, wenn alle Bedingungen erfüllt sind, und schützt etwa vor Fehlerströmen. Was wir im Alltag als „mobiles Ladegerät“ bezeichnen, fällt in diesen Modus.
Vorteile von Mode 2
- Keine Installation nötig: Sie stecken das Gerät einfach in eine geeignete Schutzkontakt- oder Industriesteckdose.
- Mobil: Sie können dasselbe Gerät im Ferienhaus, bei Verwandten oder am Arbeitsplatz nutzen.
- Flexibel: Bei manchen Modellen lässt sich die Stromstärke bzw. Leistungsstufe an die Elektroinstallation anpassen.
Worauf sollten Sie achten?
- Die Steckdose muss geerdet sein, und die Leitung muss der stundenlangen Dauerlast gewachsen sein.
- An Haushaltssteckdosen sollte eine niedrige Leistungsstufe verwendet werden; hohe Leistungsstufen sind nur an dafür geeigneten Leitungen und Steckdosen zu wählen.
- Verwenden Sie keine dünnen, ungeerdeten oder aufgerollten Haushaltsverlängerungen bzw. Kabeltrommeln.
Unter den mobilen Mode-2-Geräten von WiseCar arbeitet der WiseCar WTP1 mit einer festen Leistung von 3,5 kW und ist für den Betrieb an normalen geerdeten Haushaltssteckdosen ausgelegt. Mit dem WiseCar WTP2 wechseln Sie per Knopfdruck zwischen 3,5 kW (16A) und 7,4 kW (32A). Der WiseCar WTP3 bietet einstellbare Leistungsstufen von 3,5 kW, 7,4 kW, 11 kW und 22 kW sowie App-Unterstützung; für die höheren Leistungsstufen ist ein dreiphasiger Anschluss erforderlich.
Mode 3: Wandladegeräte (Wallbox)
Bei Mode 3 wird das Fahrzeug an einer fest installierten Ladeeinheit mit eigener Zuleitung geladen. Dazu zählen Wallboxen für zu Hause ebenso wie AC-Ladesäulen auf Parkplätzen. Steuerung, Schutz und Kommunikation mit dem Fahrzeug übernimmt die Ladeeinheit selbst.
Vorteile von Mode 3
- Dauerhafte, geordnete Lösung: Da die Wallbox mit eigener Leitung, passender Absicherung und Fehlerstromschutz installiert wird, ist sie die geordnetste Lösung für alle, die täglich am selben Ort laden.
- Hohe AC-Leistung: Sofern Installation und Fahrzeug es zulassen, sind einphasig bis zu 7,4 kW und dreiphasig 11 kW oder 22 kW möglich.
- Smarte Funktionen: App-Steuerung, Benutzerverwaltung und Zugang per RFID-Karte finden sich meist bei Geräten dieser Klasse.
Unter den Wandmodellen von WiseCar bietet die WiseCar WTA3 Leistungsstufen von 11 kW und 22 kW. Die WiseCar WTL lädt mit 22 kW AC; für einphasige Anschlüsse gibt es zudem das Modell WTL 7,4 kW einphasig. Wo keine Wandmontage möglich ist, bietet sich die Variante WTL mit Standfuß an. Wie Sie unbefugte Nutzung in Gemeinschaftsgaragen verhindern, erklären wir in unserem Ratgeber Was ist ein Ladegerät mit RFID-Karte?.
Was bedeutet „Mode-3-Kabel“?
An manchen AC-Ladepunkten ist kein Kabel fest angebracht, sondern nur eine Type-2-Buchse vorhanden. Dort verbinden Sie Ihr Fahrzeug über ein Kabel mit Type-2-Steckern an beiden Enden mit der Ladeeinheit. Solche Kabel werden meist als „Mode-3-Kabel“ oder „Type-2-auf-Type-2-Ladekabel“ bezeichnet. Eine Steuerbox gibt es an diesem Kabel nicht, weil die Ladeeinheit die Steuerung übernimmt. Deshalb lässt sich ein Mode-3-Kabel nicht an einer Steckdose verwenden.
Für diesen Zweck gibt es das WiseCar 22 kW Typ-2-Ladekabel mit 32A Drehstrom-Kapazität in den Längen 5 und 8 Meter; eine Tragetasche ist im Lieferumfang enthalten. Welche Leistung das Fahrzeug tatsächlich zieht, hängt aber weiterhin von den Grenzen des Ladepunkts und des fahrzeugseitigen Ladegeräts (Onboard-Charger) ab.
Mode 4: DC-Schnellladen
Bei Mode 4 wird das Fahrzeug an eine Schnellladestation angeschlossen, die Gleichstrom (DC) liefert. Der entscheidende Unterschied zu den anderen Modi: Beim AC-Laden wandelt das Onboard-Ladegerät im Fahrzeug den Strom in den Gleichstrom um, den die Batterie nutzen kann. Beim DC-Laden findet diese Umwandlung dagegen in der Station statt, und die Energie fließt direkt in die Batterie. So lässt sich mit deutlich höheren Leistungen laden, ohne an die Grenze des Onboard-Ladegeräts zu stoßen.
An Mode-4-Stationen ist das Kabel fest mit der Station verbunden; in der Türkei und in Europa ist CCS2 der verbreitete Steckertyp. Da es sich um kostspielige, professionelle Infrastruktur handelt, finden sich diese Stationen meist an Ladepunkten entlang von Fernstraßen, in Einkaufszentren und an den Standorten von Ladenetzen. Für den Einsatz zu Hause steht dagegen das AC-Laden, also Mode 2 und Mode 3, im Vordergrund.
Welcher Modus passt zu Ihnen?
| Ihre Situation | Sinnvolle Lösung |
|---|---|
| Sie möchten ohne Installation an der Steckdose laden | Mobiles Mode-2-Ladegerät |
| Sie laden Ihr Fahrzeug an verschiedenen Orten (Ferienhaus, Arbeitsplatz, bei Verwandten) | Mobiles Mode-2-Ladegerät |
| Sie laden täglich am selben Ort und wünschen sich eine dauerhafte, geordnete Lösung | Mode-3-Wandladegerät |
| Sie benötigen in einer Gemeinschaftsgarage Zugangskontrolle und Nutzererfassung | Ein Mode-3-Gerät mit Kartenzugang und App |
| Sie möchten auch AC-Ladepunkte ohne fest angeschlagenes Kabel nutzen | Ein Type-2-auf-Type-2-Kabel (Mode 3) im Kofferraum |
| Sie müssen auf langen Strecken schnell nachladen | Mode-4-DC-Schnellladestationen |
Für viele Fahrer ist die ideale Kombination, zu Hause über Nacht mit einer Mode-3-Wallbox oder einem mobilen Mode-2-Gerät zu laden und auf langen Strecken Mode-4-Stationen zu nutzen. Welche Leistung für Sie die richtige ist, erfahren Sie in unserem Ratgeber Wie wählt man das richtige Ladegerät für Elektroautos?.
Nicht der Modus bestimmt die Ladegeschwindigkeit, sondern das schwächste Glied der Kette
Ob Mode 2 oder Mode 3: Beim AC-Laden entspricht die tatsächliche Ladeleistung dem kleinsten Wert aus der Leistung des Ladegeräts, der Belastbarkeit der Elektroinstallation und der maximalen Aufnahmeleistung des Onboard-Ladegeräts. Nimmt Ihr Fahrzeug beispielsweise höchstens 11 kW AC auf, lädt es auch an einem 22-kW-Gerät mit etwa 11 kW. An einem einphasigen Anschluss lassen sich dreiphasige Leistungen nicht erreichen. Wie Sie die Ladedauer für Ihr eigenes Fahrzeug berechnen, lesen Sie in unserem Ratgeber Wie berechnet man die Ladedauer eines Elektroautos?.
Installation und Sicherheit
Für die Installation von Mode-3-Geräten sind eine eigene Leitung zum Ladepunkt, eine passende Absicherung und ein Fehlerstromschutz erforderlich; sie muss unbedingt von einer Elektrofachkraft durchgeführt werden. In den von uns bedienten Provinzen können Sie den WiseCar Montageservice für Ladestationen in Anspruch nehmen. Auch wenn Sie ein Mode-2-Gerät nur an der Steckdose nutzen, ist es am sichersten, Leitung und Steckdose von einer Elektrofachkraft prüfen zu lassen. Wenn Sie an einphasigen Leitungen einen geordneten und abgesicherten Ladepunkt für mobile Geräte einrichten möchten, sehen Sie sich den WiseCar abgesicherten 2+1-Kombinationsverteiler (einphasig) an.
WiseCar-Ladegeräte verfügen über ein 8-stufiges Schutzsystem aus Übertemperatur-, Überstrom-, Unter- und Überspannungsschutz, Leitungsschutzschalter, Überlastschutz, Fehlerstromschutz und IP65-Wasserdichtigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der wesentliche Unterschied zwischen Mode 2 und Mode 3?
Bei Mode 2 wird das Fahrzeug an einer Steckdose geladen, und die Steuerung sitzt in der Box im Kabel. Bei Mode 3 wird das Fahrzeug an einer fest installierten Ladeeinheit mit eigener Zuleitung geladen, die die Steuerung selbst übernimmt.
Kann ich ein Mode-3-Kabel an eine Haushaltssteckdose anschließen?
Nein. Ein Mode-3-Kabel hat an beiden Enden Type-2-Stecker und keine Steuerbox; es wird ausschließlich mit einer Ladeeinheit mit Type-2-Buchse verwendet. Zum Laden an der Steckdose benötigen Sie ein mobiles Mode-2-Ladegerät.
Reicht ein mobiles Mode-2-Ladegerät für den täglichen Gebrauch zu Hause aus?
Für viele Nutzer ja. An einer geeigneten, geerdeten Leitung reicht das nächtliche Laden mit einem mobilen Gerät für den Alltag meist aus. Wenn Sie täglich am selben Ort laden und eine geordnetere Lösung wünschen, ist ein Mode-3-Wandladegerät möglicherweise die bessere Wahl.
Kann man zu Hause ein Mode-4-DC-Ladegerät installieren?
DC-Schnellladestationen sind kostspielige, professionelle Infrastruktur mit hohem Leistungsbedarf. Für den Einsatz zu Hause ist das AC-Laden, also Mode 2 oder Mode 3, deutlich verbreiteter und praktischer.
Bestimmt der Lademodus die Ladegeschwindigkeit?
Nicht direkt. Beim AC-Laden bestimmt der kleinste Wert aus Ladegeräteleistung, Elektroinstallation und der vom Fahrzeug akzeptierten AC-Leistung die Geschwindigkeit. DC-Laden (Mode 4) ist in der Regel deutlich schneller, weil dabei das Onboard-Ladegerät des Fahrzeugs umgangen wird.
Fazit
Der Lademodus beschreibt, woher und mit welcher Sicherheitsausrüstung Ihr Fahrzeug den Strom bezieht. Mode 1 wird bei Elektroautos nicht verwendet; Mode 2 ermöglicht flexibles Laden an der Steckdose mit mobilen Geräten, Mode 3 dauerhaftes, geordnetes Laden mit Wandladegeräten und Mode 4 DC-Schnellladen unterwegs. Sobald Sie den passenden Modus für Ihren Bedarf kennen, prüfen Sie die vom Fahrzeug akzeptierte AC-Leistung und Ihre Elektroinstallation – dann finden Sie das richtige Gerät.
Die passende Ladelösung finden Sie unter den WiseCar-Produkten, oder Sie lassen sich vom WiseCar Callcenter unter 444 999 1 beraten.
Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information. Ladeleistung und Kompatibilität hängen vom Fahrzeugmodell, vom Onboard-Ladegerät, vom Ladegerät und von der Elektroinstallation ab. Sämtliche Arbeiten an der Elektroinstallation müssen von einer Elektrofachkraft durchgeführt werden.